Städtebau  
 

Begrenzt-offener freiraumplanerischer Ideen- und
Realisierungswettbewerb "Alexanderplatz", Berlin-Mitte

Ergebnis


Preisgruppe:
18.000,- Euro
  Gerkan, Marg und Partner, Berlin
Hubert Nienhoff,
WES & Partner, Hamburg

www.wes-la.de
Hinnerk Wehberg, Michael Kaschke, Wolfgang Betz

Mitarbeiter/innen:
C. Dorndorf, M. Pfisterer (gmp), F. Holzapfel-Herz, T. Clasen, E. Boue , H. Wehberg-Krafft, H.-H. Krafft, S. Priefling (WES)
Verkehrsplanung: Bau Um GmbH Beratende Ingenieure

Beurteilung durch das Preisgericht:
Die Verfasser entwickeln einen einheitlichen Platzraum, der die deutliche Rahmung durch die bestehenden Behrens-Bauten und die geplante Bebauung aufnimmt und weiter entwickelt. Diese soll durch die Ausbildung der Platzfläche mit einem homogenen Plattenbelag erzielt werden, auf dem die einzelnen Baukörper stehen. Die polygonale Platzgeometrie wird durch eine dezente „innere Rahmung“ wiederholt. Hierdurch entwickeln die Verfasser unangestrengt einen freien „inneren“ Bereich mit großer Nutzungsoffenheit und einen äußeren Platzbereich, der gleichermaßen als Transit- wie als Aufenthalts- und Gastronomiefläche geeignet ist.

Der innere Rahmen wird durch eine „Entwässerungsgosse“ gebildet, die im Norden des Platzes eine Fortsetzung in Form einer Treppenanlage erfährt. Die Abgrenzung zur Randbebauung erfolgt durch ein der Kubatur der Gebäude folgendes „Plattenband.“ Hier erkennt das Preisgericht einen gewissen Widerspruch zur gestalterischen Absicht, den Platz durch einen homogenen Belag räumlich zu vereinheitlichen.

Die städtebauliche Anbindung von der Rathausstraße wird von den Verfassern mitgedacht, indem sie deren Trasse in den Platzraum schieben. Hierbei kommt es jedoch formal zu Anschlussproblemen zwischen den unterschiedlichen Belägen. Der nördliche Abschluss des Platzes im Bereich des neuen U-Bahneingangs kann nicht durchgängig mit Bäumen bepflanzt werden. Nicht unproblematisch erscheint auch die Aussage im Ideenteil, die Dircksenstraße durchgängig als Fußgängerzone mit einem homogenen Belag zu gestalten. Das Preisgericht würde hier durchaus einer historischeren Interpretation des Straßenverlaufs folgen.

Im weiteren folgt das Preisgericht den Ideen der Verfasser, zwischen den Baufeldern D1 bis D3 Bäume in linearer Reihung zu pflanzen.

Die Verfasser räumen der Berolina im nordöstlichen Platzbereich eine prominente Lage ein. Ein Entfall täte dem Entwurf nach Auffassung des Preisgerichts keinen Abbruch.

Die Platzgestaltung eröffnet aus Sicht der Nutzerinnen und Nutzer vielfältige Dispositionen, ohne hierfür unverrückbare bauliche und bautechnische Dispositionen zu treffen. Die technischen Bindungen (U-Bahneingang/-ausgang, Entrauchung, WC-Pavillon) werden sinnfällig integriert.

Zu Konflikten kann es allerdings im Randbereich der zwei U-Bahneingänge kommen, für die die Verfasser Sitzmöglichkeiten vorsehen.

Insgesamt teilt die Jury das verfolgte Entwurfsprinzip, mit der Platzgestaltung nicht in Konkurrenz zur vorhandenen und geplanten Bebauung zu treten, sondern die vorgegebene Platzgeometrie weiter herauszuarbeiten. Hierdurch entsteht ein nutzungsoffener Raum, der unterschiedlichsten Anforderungen Rechnung tragen kann und zudem innerhalb der vorgegebenen Kostengrenzen realisierbar erscheint. Die Nutzungsoffenheit kann auch in Anwendung der Gender-Kriterien positiv betrachtet werden. Allerdings mangelt es dem Entwurf aus dieser Perspektive an hervorstechenden Merkmalen und Gestaltungselementen mit Aufforderungscharakter. Auch für das jugendliche Klientel mangelte es an Aufenthaltsmöglichkeiten, wenn die umlaufenden Bänke an den U-Bahneingängen nicht realisiert werden können.
Preisgruppe
Entwurf

Preisgruppe
Lageplan

Preisgruppe
Perspektive

Preisgruppe
Schnitte