Städtebau  
 

Realisierungswettbewerb Otto-Hahn-Oberschule

Auslobung


Anlass und Ziel:

Infolge der Diskussion zur Bildungsreform in der Bundesrepublik wurden vom Land Berlin, Anfang der 70er Jahre, 15 Bildungszentren (Gesamtschule mit Volkshochschule) in Fertigteilbauweise errichtet. Darunter auch die Otto-Hahn-Oberschule im Bezirk Neukölln, Buschkrugallee 63.

Im Jahre 1988 mußten 13 Bildungszentren Berlins wegen erheblicher Asbestbelastung geschlossen bzw. konnten mittels provisorischer Maßnahmen vorrübergehend weitergenutzt werden. Für sechs spritzasbestbelastete Gebäude, so auch für die Otto-Hahn-Oberschule, wurde vom Abgeordnetenhaus der Abriss und Neubau beschlossen.

Im August 1988 wurde in einem sehr schnellen Verfahren das erste Ersatzschuldorf in Berlin an der Haarlemer Straße für die Otto-Hahn-Oberschule erstellt. Dieses Ersatzschuldorf, in reiner Holzbauweise, wurde für eine maximale Nutzung von 5 Jahren geplant und realisiert.

Dem jetzigen Verfahren ging ein offener Wettbewerb im Jahr 1992 voraus, in dem das Berliner Architektenbüro Haug und Mathewson den 1. Preis erhielt und in der Folge vom Bezirksamt mit der Planung beauftragt wurde. Aufgrund von Haushaltsproblemen musste das Verfahren im Jahr 1996 abgebrochen werden.

Nachdem das Projekt im Jahr 2001 mit veränderten Anforderungen wieder auflebte wurde geprüft, ob der vorhandene Entwurf weiter verwendet werden kann, oder ob er mit vertretbarem Aufwand angepasst werden kann. Dabei ergab sich, dass das damalige Konzept des 1. Preises durch erhebliche Programmänderungen aber auch durch veränderte weitere Anforderungen nicht mehr zu verwenden ist. Durch eine Umplanung können die neuen Bedingungen nicht berücksichtigt werden. Eine Neuplanung ist somit unvermeidlich.

Ohne die zu seiner Zeit hervorragende Qualität des 1. Preises damit in Frage zu stellen ist es nicht zu vermeiden, nach 8 Jahren in einem neuen Wettbewerbsverfahren unter anderen Anforderungen wieder die bestmögliche Antwort auf die gestellten Bedingungen zu erfragen. Der offene Wettbewerb erscheint auch heute angemessen, weil er unter Ausschluss von Zufall und Wahrscheinlichkeit die größtmögliche Gewähr bietet, dass die unter architektonischen, Nutzungs- und wirtschaftlichen Maßstäben beste Antwort auf jetzt neu gestellte Anforderungen gefunden werden kann. Der dabei erforderliche Aufwand wird sich direkt oder indirekt bei der Erstellung des neuen Projektes und in seiner Nutzung amortisieren.

Zwischenzeitlich wurde eine Verringerung der Zügigkeit der Schule von bisher 8 auf 6 Züge vorgenommen. Obwohl die Nachfrage nach Gesamtschulplätzen im Bezirk überproportional hoch ist, ist die Verringerung wegen der Notwendigkeit einer heterogenen Zusammensetzung der Schülerschaft erforderlich. Eine Gesamtschule mit mehr als 1.000 Schülern ist in der heutigen Zeit aus pädagogischer Sicht nicht mehr vertretbar.

Da das Ersatzschuldorf hohen Verschleißerscheinungen unterliegt, die Bauweise dem Schulalltag auf diese lange Dauer nicht mehr gewachsen ist, muss mit jährlichen Kosten von bis zu 150.000,-- DM gerechnet werden. Aus diesem Grunde hält das Bezirksamt Neukölln einen Neubau als dringend erforderlich.

Die kritische Situation des Berliner Haushalts mit einer entsprechend begrenzten Finanzzuweisung von 32,9 Mio (Kostengruppe 3-6) für das geplante Bauvorhaben, eine ebenso knappe Terminvorgabe mit einer politisch gewünschten Fertigstellung noch im Jahr 2005 erfordert eine entsprechend komplexe Optimierung der Planung und Ausführung sowie deren Organisation und Ablauf. Die Serviceeinheit Hochbau des Bezirksamtes Neukölln will diese Bedingungen zum Thema des Planungs- und Bauprozesses machen und als vorbereitende Maßnahme im Rahmen eines offenen, zweiphasigen Realisierungswettbewerbes für Generalplaner feststellen, wie diese Aufgabe optimiert zu erfüllen ist. Die Optimierung bezieht sich dabei sowohl auf die städtebaulich-architektonische und funktionale Qualität des Projektes als auch auf die technisch-wirtschaftliche und termingerechte Realisierbarkeit.

Dabei haben sich die Teilnehmer mit dem Beschluss des Berliner Abgeordnetenhauses vom 05. November 1996 auseinanderzusetzen ... „Alle Schulneubauten sollen bis auf Weiteres in Fertigbauweise oder als Standardbauten erstellt werden, wenn der Grundstückszuschnitt dies zulässt“.

Diese mehrdimensionale und mit gleich hohen Prioritäten versehene Aufgabenstellung soll in einem dafür geeigneten Generalplanerkonzept bearbeitet werden. Damit werden bereits im Wettbewerbsverfahren alle erforderlichen Qualifikationen abgefragt. Gleichzeitig sollen dadurch die Vorteile einer treuhänderischen Begleitung des Projektes sowie die Möglichkeiten einer bewährten schrittweisen Optimierung anstelle von „Globalvorgaben“ sichergestellt werden.


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