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Wettbewerb "Denkzeichen zur Erinnerung an die Ermordeten der NS-Militärjustiz am Murellenberg" in Berlin-Charlottenburg entschieden


Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hat im November 2000 neun Künstlerinnen und Künstler zu einem beschränkten Wettbewerb eingeladen. Vorausgegangen war das langjährige Engagement einer Arbeitsgruppe der Kreissynode Charlottenburg und ein Beschluß der Bezirksverordnetenversammlung Charlottenburg vom September 1995.

Ziel des zweistufigen Wettbewerbs war die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema der nationalsozialistischen Militärjustiz. Bewahrt werden soll das Gedenken an die Ermordeten, erinnert werden soll aber auch an die Taten, die Täter und das System der Terrorjustiz. In der Zeit zwischen dem 12. August 1944 und dem 14. April 1945 wurden in Berlin-Ruhleben auf einem Gelände der Wehrmacht am Hang des Murellenbergs mehr als 232 Personen erschossen, die vom Reichskriegsgericht verurteilt worden waren.

Die Jury hat abschließend unter dem Vorsitz von Professor Norbert Radermacher mit neun stimmberechtigten Mitgliedern am Donnerstag, dem 1. März 2001, getagt. Einstimmig wurde in der zweiten Phase des Wettbewerbs der Entwurf von Patricia Pisani (Berlin) zur Realisierung empfohlen.

Der Entwurf sieht vor, hundert "Verkehrsspiegel" (poliertes Stahlblech) entlang des Waldweges von der Glockenturmstraße am Olympiastadion bis zum authentischen Ort der Erschießungen am Murellenberg aufzustellen. Die Installation dieser im Straßenverkehr bekannten Objekte weckt in der ungewohnten Umgebung des Waldes Aufmerksamkeit und Neugier. Auf einer sinnbildlichen Ebene verweisen sie auf eine Gefahr und warnen: Hier Vorsicht! Eingravierte Texte auf ausgewählten Spiegeln schlagen die Brücke zu den historischen Ereignissen und stellen Bezüge zur Gegenwart her. Visuell überlagert werden die Texte mit Spiegelungen der Passanten, des Waldes und des authentischen Erschießungsplatzes.

Senator Peter Strieder: "Ich bin überzeugt, daß mit dem ausgewählten Entwurf ein herausragendes und eindrucksvolles Denkzeichen entstehen wird, das auf künstlerische Weise einen Beitrag zur Aufarbeitung der Unrechtsurteile der NS-Militärjustiz leisten kann."

Das Projekt wird finanziert aus Mitteln für Kunst im Stadtraum der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Mit der Vorbereitung der Realisierung des Projekts soll zügig begonnen werden. Die Fertigstellung ist für Ende 2001 geplant.

Alle zum Wettbewerb eingereichten Arbeiten werden öffentlich ausgestellt. Ort und Datum werden kurzfristig bekannt gegeben.

Entwurf: Patricia Pisani - Klick für Vergrößerung (68 K)
Entwurf: Patricia Pisani
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Simulation der 'Verkehrsspiegel' - Klick für Vergrößerung (67 K)
Simulation der "Verkehrsspiegel"

Simulation der 'Verkehrsspiegel' - Klick für Vergrößerung (78 K)
Simulation der "Verkehrsspiegel"