Städtebau  
 

Landschaftsplanerischer Ideen- und Realisierungswettbewerb “Neue Wiesen”

Ergebnis


3. Preis:
15.000,- DM
  Jürgen Weidinger, Berlin
e-mail Adresse: juergen.weidinger@t-online.de
Mitarbeiter:
Thomas Seebacher, Katja Heimanns, Thomas Hannibal


Beurteilung durch das Preisgericht:
1238, 1. Stufe
Die Verfasser legen ein Konzept vor, das eine klare Stadtkante im Kontrast zur offenen Landschaft weiterentwickelt. Intensive Erholungsnutzungen werden sinnvoll in den besiedelten Bereichen organisiert, d.h. im Wettbewerbsgebiet zwischen Laake und Stadtkante. Dem Siedlungsbereich werden punktuell weitere Parks vorgelagert, welche die weitere bauliche Entwicklung begrenzen. Dies wird beispielhaft für fünf Standorte dargestellt, die allerdings voneinander unabhängig und isoliert entwickelt sind.
Das Konzept scheint dennoch übertragbar auf andere Standorte zu sein und könnte beispielhaft die Erholungsnutzung im gesamten Gebiet aufwerten. Positiv wird außerdem festgestellt, daß die Nutzung der landwirtschaftlichen Flächen nicht eingeschränkt wird.
Die erhaltenen Gräben bilden gemeinsam mit den ausgebauten Wegebeziehungen Grenzen der Nutzungsbereiche. Bemängelt wird die fehlende Differenzierung zwischen natürlichen und künstlichen Gräben.
Die geforderten Kleingärten sind nicht nachgewiesen. Insgesamt stellt der Entwurf einen interessanten Beitrag dar, dessen wesentliches Element, die Obstgärten, jedoch überwiegend negativ beurteilt wird. Die Herstellung der immensen Aufschüttungen ist nicht nur sehr kostenintensiv, sondern bildet auch ungeeignete, d.h. zu trockene Standorte für die angestrebte Nutzung.

1238, 2. Stufe
Im Laufe der weiteren Bearbeitung konnten die dem Konzept zugrundeliegenden Qualitäten deutlich gestärkt werden.
Die aus der bestehenden Organisation des Raumes entwickelte polygonale Struktur der Rasenterrassen schafft vielseitige Raumqualitäten.
Die Höhe der Rasenterrassen wurde kontrovers diskutiert. Die Weite des umgebenden Landschaftsraumes wird durch die topographische Überhöhung als Erlebnis inszeniert. Das Konzept bietet vielfältige Möglichkeiten für attraktive Rundwege im Park.
Die in der ersten Phase kritisierten rasterartigen Obstbaumpflanzungen wurden durch lockere Gehölzpflanzungen ersetzt.
Auf die landwirtschaftliche Nutzfläche gliedernde Vegetationselemente wurde bewußt verzichtet. Hier wäre jedoch eine Aufwertung wünschenswert.
Der überarbeitete Entwurf weist die Kleingärten nördlich der B2 nach. Die vorgeschlagene Ausrichtung der Parzellen führt jedoch zu ungünstigen Parzellenzuschnitten und Restflächen.
Die gewünschte Differenzierung zwischen natürlichem Fließgewässer und Entwässerungsgraben wurde nicht umgesetzt.
Die Realisierbarkeit des Konzeptes erscheint vor allem im Zusammenhang mit den bei Baumaßnahmen in Karow anfallenden Erdmassen möglich.
Lageplan - Klick für Vergrößerung
Lageplan

polygonale Rasenterrassen - Klick für Vergrößerung
Detail im Bereich der 'Schollen' (polygonale Rasenterrassen)