Städtebau  

 

Landschaftsplanerischer Realisierungs- und Ideenwettbewerb Kulturforum Berlin

Ergebnis


4. Preis:
14.000,- DM
  Garten- und Landschaftsarchitekten:
EXTERN, Berlin
Susanne Vollmer, Fritz Protzmann, Heinz Kluth

Architekten:
Benedict Tonon, Berlin
www.extern-landscape.de
e-mail Adresse: mail@extern-landscape.de
Mitarbeiter/innen:
K. Rathscheck, D. Skogley, H. Jahn


Beurteilung durch das Preisgericht:
Leitgedanke des Entwurfes ist die Verknüpfung der Eingangssituationen der Kulturinstitute durch eine großzügige Promenade, die vom Tiergartenrand im Norden bis zur Nationalgalerie im Süden ein langgestrecktes "Foyer" unter freiem Himmel bildet. Mit steinernem Band wird ein neuer Stadtraum definiert, von dem aus in westöstlicher Richtung schmale gepflasterte Wege in parallelen Streifen die Einheit des leicht ansteigenden Freiraumes über die Potsdamer Straße hinweg bis zur Staatsbibliothek spürbar machen. Damit wird dem Gedanken der Stadtlandschaft in eigenständiger Interpretation ein bemerkenswertes Erscheinungsbild gegeben.
Die zwischen den Wegstreifen eingelagerten Felder sind als Patchwork aus unterschiedlichen Vegetationen und Bodenbelägen angelegt, die ein vielfältiges Nutzungsspektrum zwischen Wiesenstücken, befestigten Aufenthaltsflächen und Parkplätzen bieten. Durch die Einprägsamkeit dieses Konzeptes wird die Aufmerksamkeit und Orientierung der Besucher auf die zentrale Promenade gelenkt, die beidseitig parallel zur Matthäikirche eine flankierende Bebauung und so selbst eine eindeutige Eingangssituation erhält. Mit den zwei Hauszeilen soll an den historischen Stadtgrundriss und die frühere Platzfassung erinnert werden, doch schnürt die vorgeschlagene Bebauung die Bezüge zu den Museumsbauten im Westen und zur Landschaft im Osten teilweise ab. Nicht nur an dieser Stelle erscheint der Entwurf auf der Grundlage einer bemerkenswerten klaren Konzeption gestalterisch unangemessen überinstrumentiert. So wird die parallele Flurteilung von einem System kastenförmig geschnittener Baumkronen überlagert. Damit können zwar reizvolle Raumwirkungen erzielt werden, doch verstellen die Baumkronen wichtige Blickbezüge, ohne dass das Ordnungssystem der Bepflanzung erkennbar wird. Die Verfasser schlagen mehrere Bebauungsphasen vor. Die erste Baustufe würde auf die Anlage paralleler Flurstreifen begrenzt sein und damit lediglich ein in sich unverständliches Fragment bieten. Auf Vorschläge zum Baufeld B wird verzichtet. Trotz der genannten Mängel zeigt dieser Beitrag Erschließungsvorschläge und Raumqualitäten, die zur weiteren Gestaltung des Kulturforums wichtige Denkanstöße geben können.

Aus dem Vorbericht: Der Entwurf gliedert sich in drei Hauptelemente. Das Foyer im Verlauf der ehemaligen Matthäikirchstraße verbindet Kirche, Museen und Musiksäle miteinander. Die Ausrichtung des großmaßstäblichen Bodenreliefs soll das Erlebnis eines inneren Zusammenhangs des Kulturforums ermöglichen. Die Erfahrung des ephemeren Moments der utopischen Stadtlandschaft soll durch ein Gravitationsfeld verstärkt werden, dessen Zentrum sich südlich des Kammermusiksaals befindet. Es wird nachgezeichnet durch eine Baumstruktur aus geschnittenen Linden, die aus- und ineinander schwingen.
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1. Realisierungsstufe M 1:4.000 - Klick für Vergrößerung
1. Realisierungsstufe M 1:4.000

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Ideenbereich M 1:4.000 - Klick für Vergrößerung
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