Städtebau  

 

Landschaftsplanerischer Realisierungs- und Ideenwettbewerb Kulturforum Berlin

Ergebnis


1. Preis:
48.000,- DM
  Garten- und Landschaftsarchitekten:
Christoph Valentien, Donata Valentien, Weßling
Architekten:
Hilmer und Sattler, München/Berlin
e-mail Adresse:valentien@valentien.de
Mitarbeiter/innen:
Marcus Stimmer, Ingrid Liebald


Beurteilung durch das Preisgericht:
Die übergeordnete Leitidee, alle um das Kulturforum stehenden Solitärbauten in ihren architektonischen Eigenarten zu belassen und – statt durch ein homogenisierendes, landschaftsplanerisches Gesamtkonzept – im Wesentlichen nur durch einen Baumhain aus 100 hochkronigen Kiefern auf neue Weise zu versammeln, wird als ein räumlich spannungsvolles und bildhaft prägnantes Konzept positiv bewertet.
Flankiert durch sinnvolle räumliche und bauliche Interventionen und Ergänzungen am östlichen und westlichen Rand des Kulturforums wird durch den grünen Baumplatz ein zentrierendes und zugleich offenes Raumfeld konstituiert, das mit einfachen Mitteln nicht nur die räumliche und ästhetische, sondern auch die funktionale Mitte des Kulturforums bildet: als Ort für wechselnde Skulpturenausstellungen, als Festplatz, als Stadtgarten, als Spielplatz.
Das große, geometrische, ruhige Quadrat des Baumhaines nimmt überzeugend das Maß des Sockels der Nationalgalerie auf und integriert zugleich sehr maßvoll und fast beiläufig den Solitär der St. Matthäuskirche.
Östlich des Baumhaines verbindet ein steingefasster Promenadenweg als kraftvolle Gerade den Hauptzugangsbereich der Nationalgalerie mit dem neuen Zugang von Philharmonie und Kammermusiksaal. Die räumliche Abgrenzung der Piazzetta durch eine auch dem Kupferstichkabinett vorgelagerte Stadtloggia schafft nicht nur einen attraktiven Museumsvorhof, sondern führt zugleich den eigentlichen Haupteingang zu den verschiedenen Museen unmittelbar heran an den zentralen Raumbereich des Kulturforums. Hierdurch entsteht eine spannungsvolle, urbane Platzfolge und Raumsequenz.
Nördlich und östlich des zentrierenden Baumhaines bleiben nicht nur die großen Solitäre von Hans Scharoun in ihren spezifischen Außenräumen, Freiflächen und Gärten von Hermann Mattern weitgehend ungestört. Zu den Straßenräumen hin werden die vorhandenen Ölweiden durch Nachpflanzungen räumlich verdichtet und nach innen durch offene Rasenflächen ergänzt. Durch fächerartige Granitwege werden alle angrenzenden Innen- und Außenräume differenziert miteinander verknüpft. Die zentrierende Platzfläche des Baumhaines wird räumlich konturiert durch eine ca. 0,80 m hohe und ca. 3,0 m breite "Skulpturenmauer" mit vorgelagerten Sitzbänken. Eine Realisierung in Bauabschnitten ist prinzipiell möglich. Ein Mangel des Konzeptes besteht darin, dass auf dem Baufeld A keine Bebauung vorgesehen ist. Eine Bebauung würde die reizvolle Idee des geschlossenen Baumhainquadrates erheblich beeinträchtigen oder gar zerstören. Im Bereich des Baufeldes B wird eine städtebaulich sinnvolle, torartige Bebauung zum Potsdamer Platz hin vorgesehen, die das Kulturforum nach Osten fasst und räumlich begrenzt. Bis auf die Skulpturenmauer und besondere Platzmöblierungen wird der Kostenrahmen eingehalten.
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1. Realisierungsstufe M 1:4.000 - Klick für Vergrößerung
1. Realisierungsstufe M 1:4.000

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Ideenbereich M 1:4.000 - Klick für Vergrößerung
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