Städtebau  

 

Wettbewerbe

Entscheidung im Architektinnen-Wettbewerb
"Emanzipatorische Wohnformen" Biesdorf Süd


Das Berliner Abgeordnetenhaus hatte in seiner Sitzung am 15.05.1997 beschlossen, einen Architektinnen-Wettbewerb durchführen zu lassen. Die Möglichkeit der Umsetzung bot sich im Rahmen der Entwicklungsmaßnahme Biesdorf-Süd im Bezirk Marzahn. Im Zuge der schrittweisen Realisierung des geplanten Stadtteils mit ca. 4.600 Wohnungen, Infrastruktureinrichtungen, Gewerbeflächen und Stadtteilzentrum wurde für die Bebauung eines landeseigenen Grundstücks im Teilgebiet Habichtshorst Ende 1998 ein Europa-offener-Wettbewerb ausgelobt. Architektinnen und Bauträger sollten hier in enger Teamarbeit die Projekte von Anfang an zusammen entwickeln.

Inhaltliches Ziel des Wettbewerbs war die Entwicklung emanzipatorischer Wohnformen mit gestalterisch anspruchsvollen, gut vermarktbaren Bebauungskonzepten. Es sollten Stadträume definiert und variable Wohnungen konzipiert werden, die heutigen gesellschaftlichen Wohn- und Lebensbedürfnissen entsprechen, d. h. Möglichkeiten und Qualitäten zur Realisierung unterschiedlicher Lebensformen und Haushaltssituationen in verschiedenen Lebensphasen bieten und längerfristigen Entwicklungen Rechnung tragen.

Gegenstand der Planung war eine verdichtete sowie kosten- und flächensparende Bebauung mit Eigentumswohnungsbau in Reihen-, Doppel-, Stadthäusern etc., wobei ggf. bis zu 40 Wohneinheiten als geförderter Miet-Geschoßwohnungsbau auf zwei benachbarten, zwischen Stadtteilpark und Grünzone gelegenen, Baufeldern mit einer Fläche von insgesamt rd. 13.000 qm vorgesehen war.

Unter dem Vorsitz der Hamburger Architektin Mirjana Markovic traf das Preisgericht unter den 10 zur zweiten Phase eingereichten Wettbewerbsentwürfen folgende Entscheidung:

1. Preis: 35.000,- DM
evaplan (Dagmar Zschocke, Susanne Eberhard-Goll), Karlsruhe, Bauträger: Erndwein Bauträger GdbR, Stutensee-Blankenloch
2. Preis: 25.000,- DM
Brigitte Cramer, Büro für Architektur und Stadtplanung, Tübingen, Bauträger: Treuhaus Bauträger und Projektentwicklungsgesellschaft mbH, Berlin
3. Preis: 20.000,- DM
Margarete Winkes (in Werkfabrik), Berlin, Bauträger: ABS-Bau Verwaltung und Realisierung GbR, Berlin
Sonderpreis: 20.000,- DM
duos Architektur und Stadtplanung, Edda Steltzer, Berlin, Bauträger: PEBO GmbH, Bremen
Sonderpreis: 10.000,- DM
Ulrike Passe, Berlin, Bauträger: Ostprojekt, Berlin

Beurteilung durch das Preisgericht:


Der Entwurf der ersten Preisträgerinnen zeichnet sich besonders durch die Entwicklung eines innovativen und gestalterisch ambitionierten Typenhauses in Holzbauweise aus. Dieses Individualhaus vereint Qualitäten eines Einfamilienhauses und setzt die in der Ausschreibung geforderten emanzipatorischen Wohnformen konsequent um. Der Entwurf sieht eine gleichmäßige Bebauung aus 30 schachbrettartig angeordneten zweieinhalbgeschossigen Einzelhäusern mit großen Dachterrassen vor, die von den Architekten als "grüne Brücke zwischen den angrenzenden Grünzügen" verstanden wird. Im Norden wird dieses Wohnquartier durch einen viergeschossigen Gebäuderiegel mit Maisonettewohnungen abgeschlosssen.
biesdorf_1_preis
Dagmar Zschocke/ Susanne Eberhard-Goll

biesdorf_2_preis
Brigitte Cramer

biesdorf_3_preis
Margarete Winkes