Städtebau  

 

"Emanzipatorische Wohnformen" Biesdorf Süd

3. Preis Architektin: Margarete Winkes, Berlin Bauträger: ABS-Bau


Die städtebauliche Struktur betont die Nord-Süd-Richtung. Zur Verbindungsstraße gibt es keine lärmabschirmenden Nordriegel. Städtebaulich unbefriedigend ist die dreieckige Grünfläche, die eher als Leerfläche wirkt und als "Gebietsmitte" ausgerechnet an der Verbindungsstraße liegt. Das Kreuzhaus als Gemeinschafts- oder Gewerbehaus kann einen baulichen Identifikationspunkt bilden, ist aber nicht näher definiert.

Es gibt zwei Gebäudetypen, westlich 4 Winkelhäuser, von denen je zwei einander zugeordnet und Gemeinschaftsräume miteinander teilen. Sie bieten differenzierte und wohlüberlegte Angebote für andere als für Wohnnutzungen: Service, berufliche Arbeit, Alte und Jugendliche. Dadurch ergeben sich nachbarschaftliche Treffpunkte, vor allem in der zentralen Halle, die von Galerien umgeben ist.
 
Die östlichen Gebäudetypen in zwei Reihenhauszeilen sind "Wohncontainer", deren Konstruktionsprinzip eine Unterteilung in ein 2. und 3. OG erlaubt, um verschiedene Lebensphasen (Single, Paar, Familie) nicht durch Anbau, sondern durch Ausbau gerecht zu werden. Das Souterrain hat keine optimale Belichtung, die verschiedenen Ebenen mit ihren Treppenläufen bieten räumlich interessante Blicke, sind aber nur bedingt nutzungsgerecht.

Bestechend aber ist die Frische, mit der die Verfasserin versucht, andere räumliche Organisationsformen zu entwickeln, deren Wirtschaftlichkeit allerdings überprüft werden müßte. Hervorzuheben sind dabei insbesondere die Abstufungen vom privaten über halböffentlichen zu öffentlichem Raum sowie die Integration von Service- und Gemeinschaftsangeboten.
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3. Preis