Städtebau  
 

Wettbewerbe

Gestaltungswettbewerb Begräbnisstätte und Erinnerungsort auf dem Friedhof Altglienicke

Nichtoffener Gestaltungswettbewerb für Arbeitsgemeinschaften aus Landschaftsarchitektinnen und Landschaftsarchitekten, professionellen Künstlerinnen und Künstlern und/oder Gestaltern und/oder Schriftgestaltern und/oder Typographen mit vorgeschaltetem, offenem Bewerberverfahren.

Friedhofsmauer / Foto: SenStadtWohn

BEENDET !!!
Die Bewerbungsfrist war am 15.10.2018 abgelaufen.







Kurze Beschreibung


Aufgabenstellung

Auf dem Friedhof Altglienicke im Bezirk Treptow-Köpenick ruhen in der Abteilung U1 / U2 die Urnen von über 1.360 Opfern nationalsozialistischer Gewaltmaßnahmen. Bei diesen Toten handelt es sich überwiegend um Opfer aus Konzentrationslagern und Tötungsanstalten (Patientenmorde im Rahmen des sogenannten "Euthanasie"- Programms). Bisher gibt es keine namentliche Nennung der dort ruhenden Verstorbenen. Ein zentrales Anliegen des Wettbewerbs ist es deshalb, die Anonymität der Opfer aufzuheben und alle Namen und Lebensdaten in geeigneter Form vor Ort anzubringen. Auch sollen die Besucherinnen und Besucher des Friedhofs über die damaligen Ereignisse informiert werden.

Seit etwa 2015 gibt es verstärkte Bemühungen unterschiedlicher Institutionen, Einrichtungen, Angehöriger und interessierter Bürgerinnen und Bürger für die auf dem Grabfeld U1 / U2 auf dem Friedhof Altglienicke ruhenden Opfer ein würdiges Totengedenken zu ermöglichen.

Das Grabfeld war bisher wenig in der öffentlichen Wahrnehmung hervorgetreten. Der schon historisch stadträumlich recht abseits gelegene Friedhof wurde durch die Lage im innerstädtischen Grenzgebiet nochmals stärker isoliert. Mit dem Wirksamwerden des Gesetzes über die Erhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft (Gräbergesetz) wurde im Zuge der deutschen Wiedervereinigung und der damit verbundenen Ausdehnung des Geltungsbereiches des Gesetzes auf die neuen Bundesländer für diese und andere Opfergräber die Aufarbeitung systematisch angegangen, um der gesetzlichen Verpflichtung zu entsprechen, die Gräber dauerhaft einzurichten und die Opfer mit Namenstafeln kenntlich zu machen.

Die Grabstelle auf dem Friedhof Altglienicke soll Hinterbliebenen ein angemessenes Trauern ermöglichen. Auch gemeinsames Erinnern und Gedenken wird durch eine gekennzeichnete Grabstelle befördert – der Friedhof als Lernort für Schülerinnen und Schüler sowie geschichtlich Interessierte.

Auf Grund der hohen Anzahl polnischer Opfer (etwa ein Drittel der dort ruhenden Opfer) gibt es großes Interesse für diesen Ort bei den polnischen Partnergemeinden, Initiativen und Hinterbliebenen. Insbesondere eine Anzahl von Priestern unter diesen Opfern erfährt von polnischer Seite Trauerbesuche und Totengedenken.

Ziel des Gestaltungswettbewerbes ist es daher, den gesetzlichen und moralischen Auftrag in hoher Qualität und mit angemessenen künstlerischen und landschaftsarchitektonischen Ausdrucksformen umzusetzen. Dabei ist die Einbindung in den Ort zu beachten. Der besonderen Verantwortung für das Erinnern und Gedenken ist durch die gewählten Gestaltungsmittel Rechnung zu tragen.

Art des Verfahrens

Nichtoffener Gestaltungswettbewerb für Arbeitsgemeinschaften aus Landschaftsarchitektinnen und Landschaftsarchitekten, professionellen Künstlerinnen und Künstlern und/oder Gestaltern und/oder Schriftgestaltern und/oder Typographen mit vorgeschaltetem, offenem Bewerberverfahren. Die Federführung liegt bei den Landschaftsarchitekten. Die Arbeitsgemeinschaft muss aus Landschaftsarchitekten und mindestens einer/m Vertreterin bzw. Vertreter der anderen genannten Berufsgruppen bestehen. Es sollen 10-12 Arbeitsgemeinschaften für den Wettbewerb ausgesucht werden.

Die Bewerbungsunterlagen zur Teilnahme am nichtoffenen Gestaltungswettbewerb müssen
bis zum
15.10.2018, 16:00 Uhr
mit dem Kennwort Bewerbung Gestaltungswettbewerb Friedhof Altglienicke
bei der
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen
Württembergische Str.6, Raum 131
D-10707 Berlin
eingegangen sein.

Schlusstermin für den Eingang der Teilnahmeanträge: 15.10.2018, 16:00 Uhr