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Das Projekt „Denkmalschutz und Barrierefreiheit“ Berlin gewinnt einen EU Preis für das Kulturerbe / Europa Nostra Award 2017


05.04.17, Pressemitteilung
Pressemitteilung der Europäischen Kommission, Europa Nostra und Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen
Die Europäische Kommission und Europa Nostra, haben heute die Gewinner des Preises für das Kulturerbe der Europäischen Union 2017 bekannt gegeben, die höchste gesamteuropäische Auszeichnung für das Kulturerbe.


Die 29 Preisträger aus 18 Ländern werden für ihre bemerkenswerten Leistungen in den Bereichen Denkmalschutz, Forschung, Ehrenamtliches Engagement, Bildung, Ausbildung und Bewusstseinsbildung ausgezeichnet. Das Projekt „Denkmalschutz und Barrierefreiheit“ Berlin, gehört zu den diesjährigen Preisträgern. Unabhängige Expertenjurys haben insgesamt 202 Bewerbungen, die von Organisationen und Einzelpersonen aus 39 Ländern in ganz Europa eingereicht wurden, bewertet und die Preisträger ermittelt.

Weltweit können Bürger nun online über den Publikumspreis abstimmen und damit eines der preisgekrönten Projekte aus ihrem eigenen oder einem anderen europäischen Land unterstützen. Teilnehmer der Onlinewahl haben die Möglichkeit, eine Reise für zwei Personen in die Stadt Turku, Finnland, zu gewinnen, wo am 15. Mai während eines Festaktes die sieben, mit jeweils 10.000 € dotierten Grand Prix-Gewinner und der Gewinner des Publikumspreises bekannt gegeben werden.

"Ich beglückwünsche alle diesjährigen Gewinner, deren Leistungen einmal mehr zeigen, wie viele Europäer sich für den Erhalt des Kulturerbes engagieren. Ihre Projekte unterstreichen, wie wichtig das kulturelle Erbe für unser Leben und unsere Gesellschaft in einem Europa ist, das sich großen sozialen Herausforderungen ausgesetzt sieht. Gerade heute ist die Bewusstseinsbildung für unsere gemeinsame Kultur und unsere gemeinsamen Werte eine unerlässliche Hilfestellung für gegenseitiges Verständnis, für Toleranz und die Beförderung von sozialer Teilhabe und Inklusion. Das europäische Jahr des kulturellen Erbes 2018 wird eine ausgezeichnete Gelegenheit sein, sich darauf zu besinnen, was uns als Europäer verbindet -unsere gemeinsame Geschichte, Kultur und unser Kulturerbe. Durch das „Creative Europe Programme“, wird die Europäische Kommission diesen Preis und andere Denkmalschutzprojekte weiterhin unterstützen“, sagte Tibor Navracsics, EU-Kommissar für Bildung, Kultur, Jugend und Sport.

"Ich beglückwünsche alle Gewinner und würdige all jene, die diese außergewöhnlichen Leistungen, dank ihres beeindruckenden Talents, ihres leidenschaftlichen Engagements und ihres großen Sachverständnisses, erbracht haben. Ihre Projekte gehören nun zu jenen 450 bemerkenswerten Leistungen, die von Europa Nostra und der Europäischen Kommission in den vergangenen 15 Jahren ausgezeichnet wurden. Alle unsere Preisträger zeigen, dass kulturelles Erbe der Schlüssel zu nachhaltiger, wirtschaftlicher Entwicklung, sozialem Zusammenhalt und zu einem inklusiveren Europa ist. EU-Staats-und Regierungschefs sollten das europäische Jahr des kulturellen Erbes 2018 nutzen, um die zahlreichen Vorteile unserer Denkmäler und deren fundamentalen Nutzen für das Zusammenführen von Ländern, Gemeinden und Kulturen in Europa und darüber hinaus zu erkennen", erklärte Plácido Domingo, der renommierte Opernsänger und Präsident von Europa Nostra.

Die Gewinner des EU-Preises für Kulturerbe / Europa Nostra Awards 2017 werden im Beisein von EU-Kommissar Navracsics und Plácido Domingo während eines hochkarätigen Festaktes am späten Nachmittag des 15. Mai in der St. Michael-Kirche in Turku ausgezeichnet. An den „European Heritage Award“­Feierlichkeiten werden rund 1.200 Personen teilnehmen, darunter auch Konservatoren, Freiwillige und Unterstützer aus ganz Europa sowie hochrangige Vertreter von EU-Institutionen, Vertreter des Gastlandes und anderer Mitgliedstaaten.

Auf der Exzellenzmesse im Rahmen des European Heritage Congress in Turku (11.-15. Mai) werden am 14. Mai im Sigyn-Saal des Turku-Musikkonservatoriums die Preisträger ihre vorbildlichen Leistungen präsentieren. Der Kongress, organisiert von Europa Nostra, bietet eine inspirierende Plattform für die Vernetzung und Diskussion neuester europäischer Entwicklungen im Denkmalschutz. Ein Schwerpunkt wird das Europäische Jahr des kulturellen Erbes 2018 sein.

Bewerbungen für den Europa Nostra Award 2018 können vom 15. Mai bis zum 1. Oktober 2017 eingereicht werden.


Preisträger 2016
Kategorie Denkmalschutz
  • St. Martin’s Kapelle in Stari Brod, nahe Sisak, KROATIEN
  • Barocke Anlagen und Gärten in Kuks, Region Hradec Králové, TSCHECHIEN
  • Antike Stadt Karthaia, Kea, GRIECHENLAND
  • Bastion des Grand Master's Palastes auf Rhodes, GRIECHENLAND
  • Weiße Pyramide in Rome, ITALIEN
  • Die Königsstraße durch Filefjell, NORWEGEN
  • Die Clérigos’ Kirche mit Turm in Porto, PORTUGAL
  • Kulturpalast in Blaj, Region , RUMÄNIEN
  • Fort Cap Enderrocat, Mallorca, SPANIEN
  • Dach der Ruinen des Klosters von San Juan in Burgos, SPANIEN
  • Cromford Mills: Haus 17, Derbyshire, GROSSBRITANNIEN

Kategorie Forschung
  • Rode Altarstück Forschungs-und Denkmalschutz Projekt, Tallinn, ESTLAND
  • Carnival King of Europe’, San Michele all’Adige, ITALY
  • Museum Piranesi’, Mailand, ITALIEN
  • Bosch Forschungs-und Denkmalschutz Projekt, ‘s-Hertogenbosch, NIEDERLANDE

Kategorie Ehrenamtliches Engagement
  • Mr. Ferdinand Meder, Zagreb, KROATIEN
  • Mr. Jim Callery, County Roscommon, IRLAND
  • Die norwegische Leuchtturm Gesellschaft, NORWEGEN
  • Mr. Zoltán Kallós, Region Transylvania, RUMÄNIEN

Kategorie Bildung, Ausbildung und Bewusstseinsbildung
  • Erfgoedplus: Online Denkmalschutz Plattform, Hasselt, BELGIEN
  • Zentrum für visuelle Kunst und Forschung, Nicosia, ZYPERN
  • Ausbildungsprogramm für den tschechischen Denkmalschutz, Telc, Region Vysocina, TSCHECHIEN
  • Paavo Nurmi Legacy Projekt, Turku, FINNLAND
  • Initiative für das Handwerk im Denkmalschutz für Georgien, Tbilisi, GEORGIEN
  • „Denkmalschutz und Barrierefreiheit“, Berlin, GERMANY
  • ilCartastorie: Geschichtenerzählen in den Archiven, Neapel, ITALIEN
  • Jüdischer Denkmalschutz: Ausbildungsprogramm, Warschau, POLEN
  • Master in Strukturanalyse und historischen Konstruktionen, Europäisches Programm, Guimarães, PORTUGAL
  • SAMPHIRE: Maritimes Denkmalschutz Projekt im Westen Scotlands, GROSSBRITANNIEN


Europa Nostra Awards werden auch an zwei herausragende Projekte aus europäischen Staaten gehen, die nicht Teil des Creative Europa Programms sind. Kategorie Denkmalschutz: Kiliç Ali Pasa Hamam in Istanbul, TÜRKEI Kategorie Forschung: Philippe Stern’s Uhrensammlung, Genf, SCHWEIZ

Denkmalschutz und Barrierefreiheit, Berlin
Barrierefreie Erschließung ist heute eine der größten Herausforderungen an denkmalgeschützte Kulturgüter. Kultur zu erleben bedeutet, Teil unserer Gesellschaft zu sein, da sie den Dialog fördert und Menschen zusammenbringt. Wenn Kultur für alle ist, wie können wir sicherstellen, dass unsere größten Kultureinrichtungen und Denkmäler barrierefrei sind.
„Denkmalschutz und Barrierefreiheit“ ist ein Kooperationsprojekt der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen (Barrierefreies Planen und Bauen), des Landesdenkmalamtes Berlin und des Fachs Modell+Design der Technischen Universität Berlin. Das Ziel des Projektes ist es, das grundlegende Problem eines barrierefreien Denkmalschutzes ins Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit sowie in das von Konservatoren und Studierenden zu rufen und sie für dieses Thema zu sensibilisieren.
Anhand von drei herausragenden Denkmälern in Berlin analysierten Architekturstudenten Denkmalschutzziele und entwickelten neue Ideen und Lösungen unter Berücksichtigung der Eigenheiten eines jeden Denkmals.
Die ausgewählten Objekte repräsentieren drei unterschiedliche Architekturepochen: die barocke St. Hedwigs Kathedrale, das historistische Alte Stadthaus und die Neue Nationalgalerie, ein berühmtes Beispiel moderner Architektur.
Die Projekte stellen also einen wahrnehmbaren Querschnitt der europäischen Architektur dar, der in ganz Europa Relevanz und Anwendbarkeit findet. Im Ergebnis entstanden inspirierende und innovative Lösungsansätze, die in Modellen und Bildern präsentiert werden. Um die Wirkungskraft dieses Projektes zu erhöhen, wurde eine anspruchsvoll gestaltete Wanderausstellung konzipiert, die es einem breiten Publikum, weit über Konservatoren, Fachplaner und Architekten hinaus, ermöglicht, das Anliegen zu verstehen.
"Neben den einzelnen Projekten, die dazu beigetragen haben, Barrieren zu überwinden, hat diese Zusammenarbeit zwischen Partnern aus barrierefreiem Bauen/ Design for all und Denkmalschutz zur Veröffentlichung von Richtlinien für Planer und Architekten geführt, die zeigen, dass dies nicht nur theoretische, sondern angewandte Informationen sind", erklärte die Jury.
Die Jury betonte, dass "die Zusammenarbeit zwischen Landesbehörden und Universitäten zur Verbreitung dieser Informationen vorbildlich ist. Das Projekt versteht es erfolgreich, wichtige Zielgruppen für den Zusammenhang von Barrierefreiheit und Denkmalschutz zu sensibilisieren. Die Veröffentlichung des Projektes durch eine Wanderausstellung sowie eine Publikation ist offensichtlich gut durchdacht und vermittelt effektiv die Studienergebnisse. Dies hat das Projekt attraktiver gemacht und ist überzeugender Beweis für die Kraft des Design for all".
Dieses kreative und enthusiastische Projekt zeigt überzeugend, dass Barrierefreiheit und Denkmalschutz nicht im Widerspruch stehen, sondern miteinander vereinbar sind.
 

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