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Hohe Klimawirksamkeit durch die Berliner Abfallwirtschaft


11.03.13, Pressemitteilung
Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt veröffentlicht heute eine vom Bundesumweltministerium geförderte Studie zur Entwicklung eines Maßnahmenplans zur vorbildhaften klimafreundlichen Abfallentsorgung im Land Berlin.

 Die Lang- und Kurzfassung dieser umfassenden Untersuchung (Langfassung rund 370 Seiten) ist auf der Homepage der Senatsverwaltung eingestellt:
www.stadtentwicklung.berlin.de/umwelt/abfall/entsorgung/de/klimakonzeption.shtml

Der Senator für Stadtentwicklung und Umwelt, Michael Müller, betont, dass das Land Berlin durch diese komplexe Stoffstrom- und Klimabilanzierung der Berliner Abfälle bundesweit vorbildhafte Akzente zur Weiterentwicklung einer klimaschonenden Abfallwirtschaft setzt.

Umweltsenator Müller: „Vor dem Hintergrund des sich abzeichnenden Klimawandels ist es wichtig und nötig , dass das Land Berlin zukünftig seine vorhandenen Ressourcen intelligent und nachhaltig nutzt. Dazu gehört auch die regelmäßig anfallenden Abfälle schlau einzusetzen und zu verwerten. Wir brauchen gemeinsame Anstrengungen und eine Initiative aller Akteure der Entsorgungs- und Energiewirtschaft, zusammen mit den Berliner Verwaltungen. Auf Basis unserer Klima-Bilanzierung plant mein Haus, die erforderlichen Maßnahmen zu der wichtigen Umweltentlastung zeitnah zu realisieren.“

Nach dieser Studie führte die Berliner Abfallentsorgung im Jahr 2010 bereits zu einer beachtlichen Treibhausgasentlastung in Höhe von rund -900.000 Mg CO2-Äq. Durch Optimierungen der Entsorgung der untersuchten 36 Abfallarten sowie durch eine gesteigerte getrennte Erfassung von trockenen Wertstoffen und Organik durch Entnahme aus dem Haus- und Geschäftsmüll kann die bisherige Entsorgung der Abfälle einen zusätzlichen Minderungsbeitrag an schädlichen Klimagasen (Kohlendioxid, Methan und Lachgas) in Höhe von rund -248.000 Mg CO2-Äq erzielen. Damit würde sich im Jahr 2020 durch die Entsorgung der relevantesten Berliner Abfallarten eine Gesamtentlastung an Treibhausgasen von rund -1.148.000 Mg CO2-Äq ergeben.

Eine derartige Entlastung entspricht rund 25 Prozent der vom Land Berlin von 2010 bis 2020 angestrebten Einsparungen an Klimagasen. Somit wird deutlich, dass eine nachhaltige Abfallwirtschaft große Anteile an der Erreichung der klimapolitischen Ziele des Landes Berlin leisten kann.

Zur Evaluierung dieser Zielsetzung sowie zur Steuerung der Stoffströme stellt die regelmäßige Erstellung einer Stoffstrom-, Klima- und Umweltbilanzierung für alle relevanten Abfallarten ein wichtiges Instrument dar.

Ein derartig umfassender Ansatz zur Stoffstrom-, Klima- und Umweltbilanzierung von Abfallstoffströmen existiert bisher in keinem anderen Bundesland. Bislang fehlten die wissenschaftlich-technischen Grundlagen für derartige Abfallbilanzierungen.

Aus diesem Anlass wurde von der Senatsumweltverwaltung ein Maßnahmenplan zur Umsetzung einer vorbildhaften klimafreundlichen Abfallwirtschaft für das Land Berlin an das federführende renommierte IFEU-Institut Heidelberg vergeben. Zur Finanzierung dieser komplexen Aufgabe wurden der Senatsumweltverwaltung auf einen entsprechenden Antrag hin im Rahmen des BMU-Förderprogramms „Klimaschutz-Teilkonzepte“ Fördermittel von 50 % der Gesamtsumme bewilligt.

Die in der Studie entwickelten Maßnahmen (z.B. Steigerung der stofflichen Verwertung von gewerblichen Abfällen, Minderung der Lachgasemissionen bei der Klärschlammverbrennung und klimaverträgliche Verwertung biogener Stoffe wie Laub und Mähgut) sollen möglichst zeitnah umgesetzt werden. Neben Vorgaben an kommunale Akteure sind auch freiwillige Vereinbarungen mit privaten Unternehmen geplant.

Insbesondere sollen folgende Instrumente genutzt werden:
  • Festlegung von entsprechenden Umweltschutzanforderungen bei der Fortschreibung der Berliner Verwaltungsvorschrift Beschaffung und Umwelt (VwVBU),
  • Initiierung bzw. Konkretisierung von Klimaschutzvereinbarungen insbesondere mit BSR, ALBA, BWB, den bezirklichen Grünflächenämtern und Garten- und Landschaftsbau-Betrieben.
Unabhängig davon soll der konstruktive Dialog mit den betreffenden Akteuren fortgeführt werden.

In der veröffentlichten Studie wurde zunächst eine Bewertung der Abfallentsorgung auf der Basis einer Treibhausgasbilanzierung vorgenommen. Um weitere relevante Umweltparameter - wie Ressourcenschutz und Luftschadstoffemissionen - ebenfalls zu berücksichtigen, werden derzeit im Rahmen einer Umweltbilanzierung die relevantesten Berliner Abfallarten untersucht. Ende 2013 wird erstmalig eine vollständige Stoffstrom-, Klima- und Umweltbilanz für die relevantesten Abfallarten für das Jahr 2012 vorliegen.

Weitere Informationen:



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