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Beginn der Verfahren zur Nachnutzung Tempelhofs


26.09.08, Pressemitteilung
Im Rahmen einer Pressekonferenz stellte heute die Senatsbaudirektorin, Regula Lüscher, weitere konkrete Schritte zur Nachnutzung des Tempelhofer Feldes und des ehemaligen Flughafengebäudes vor. Sie erläuterte das am 29.09.2008 beginnende Interessenbekundungsverfahren ("Call for Ideas"), den Wettbewerb zum Columbiaquartier sowie die Konzepte für eine IBA 2010 – 2020.

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung möchte das Tempelhofer Feld und die umliegenden Quartiere im Rahmen einer Internationalen Bauausstellung (IBA) weiterentwickeln. Die IBA soll 2010 starten und bis 2020 durchgeführt werden. Vorbereitungsjahr wird das Jahr 2009 sein. Ende 2009/Anfang 2010 wird der Berliner Senat entscheiden, ob und in welcher Form eine IBA realisiert wird.

Senatsbaudirektorin Lüscher: "Eine IBA wird uns helfen, dieses riesige Areal im Herzen der Stadt weiterzuentwicklen. Die Marke "IBA" steht für Exzellenz, für realisierte Qualität, für Imageverbesserung und internationale Aufmerksamkeit, für Leuchtturmprojekte und für Innovationen auf allen Gebieten der Stadtentwicklung. Es geht um eine Metropolen-IBA für Berlin, die Antworten für die kompakte europäische Stadt sucht. Die Idee der europäischen Stadt entwickelt sich hier weiter, um die Stadt als Lebensform und -raum zukunftsfähig zu machen. Leitthemen der nächsten Berliner IBA werden deshalb sein: die ressourceneffiziente Stadt, Entwicklung von Stadt und Wirtschaft unter ökologischen Aspekten, zukunftsorientierte Ökonomie in der Innenstadt, das Schaffen eines Experimentierraums für Zukunftstechnologien. Dabei sollen neue Wohnformen realisiert werden, die auch die Formen des Zusammenlebens in der Stadt verändern können. Prägend für diese IBA-Projekte wird dabei der neuartige urbane Landschaftsraum als ergänzende grüne Infrastruktur zur umliegenden, kompakten verdichteten Stadt sein. Eine in Europa einmalige Herausforderung für Planer, Architekten und Investoren!"

Internationale Bauausstellungen werden seit über 100 Jahren durchgeführt. In den ersten IBAs standen noch bautechnische Neuerungen im Vordergrund, seit einigen Jahrzehnten befinden sich jedoch vermehrt programmatische Themen der Stadtentwicklung im Fokus der Bauausstellungen. Die IBA hat sich damit zu einem Strukturprogramm und einem städtebaulichen Entwicklungsmotor für die jeweils ausrichtenden Städte entwickelt. Die Städte entschieden dabei in eigener Verantwortung, ob sie das Potential einer Bauausstellung nutzen möchten, die Finanzierung erfolgt in eigener Regie. Insgesamt fanden in der Bundesrepublik Deutschland bisher acht IBAs statt. Derzeit laufen die programmatischen Bauaustellungen IBA Fürst-Pückler-Land (2000 – 2010), IBA Stadtumbau Sachsen-Anhalt 2010 (2000 – 2010) sowie IBA Hamburg 2013 (2007 – 2013). Die erste IBA fand 1901 in der Mathildenhöhe in Darmstadt statt. Räumlicher Kernbereich der dritten Berliner IBA wird das Tempelhofer Feld mit der Parklandschaft und den zukünftigen Baufeldern sowie die Verflechtung mit den bestehenden Nachbarquartieren Neukölln und Kreuzberg sein.

Am kommenden Montag, den 29. September beginnt das Intereressenbekundungsverfahren zur Nachnutzung des Flughafengebäudes Tempelhof (THF - Tempelhof Forum), der sogenannte "Call for Ideas". Bis zum 5.1.2009 können Interessierte ihr Nutzungsinteresse per Internet (www.berlin.de/projektaufruf-tempelhof/) oder auf dem Postweg kundtun. (Veröffentlichung im Amtsblatt am 26. September 2008). Senatsbaudirektorin Lüscher "Noch vor dem offiziellen Beginn unseres Intereressenbekundungsverfahrens haben sich eine Vielzahl von Interessenten bei uns mit ihren Projektideen für dieses einmalige Gebäude gemeldet. Wir sehen seit Monaten ganz deutlich, dass diese beeindruckende Immobilie und der Mythos Tempelhof die Phantasie ganz vieler unterschiedlicher Investoren anregt. Mit der Eröffnung eines offiziellen Verfahrens wollen wir diese spannenden Ideen sammeln, prüfen und anschließend bewerten. Wir geben einer internationalen Öffentlichkeit die Möglichkeit, diese architektonische Ikone mitten im Herz der deutschen Hauptstadt weiterzuentwickeln und zu nutzen."

Mit dem Interessenbekundungsverfahren sollen für die Nachnutzung des Flughafengebäudes kompetente Partner und Investoren gefunden werden, die tragfähige Strategien und Konzepte für die Nachnutzung des Flughafengebäudes vorlegen können. Im Vorfeld der Erarbeitung einer marktorientierten Entwicklungsstrategie werden Nutzungsmöglichkeiten erkundet und auf ihre wirtschaftliche, städtebauliche und funktionale Machbarkeit hin überprüft. Berlin kann dann auf dieser Grundlage die Planung und das Planungsrecht für das Flughafengebäude begründet entwickeln und - sobald der Eigentumsübergang erfolgt ist - konkrete Vergabeverfahren durchführen.

Bei dem Interessenbekundungsverfahren handelt es sich nicht um die Vergabe öffentlicher Aufträge oder Grundstücke bzw. Nutzungsrechte, sondern um die Ermittlung der Interessen. Die Teilnehmer des Verfahrens sind nicht an ihre Angebote, Projekte oder Ideen gebunden. Es besteht kein Rechtsanspruch auf die Eröffnung eines Vergabeverfahrens. Alle Angaben werden vertraulich behandelt und sind nicht öffentlich zugänglich.

Die eingehenden Vorschläge werden durch ein Gremium, bestehend aus der Eigentümervertreterin (der BIM), der BIMA und den Senatsverwaltungen für Stadtentwicklung, Wirtschaft und Finanzen sowie Vertretern der Senatskanzlei, ausgewertet.


Ebenfalls am Montag startet der Wettbewerb für das Columbiaquartier. Der internationale städtebaulich-landschaftsplanerische Ideenwettbewerb "Prozessuale Stadtentwickung Tempelhofer Feld - Columbiaquartier" ist der erste Wettbewerb, den die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zur Gewinnung von Zukunftsideen für die Nachnutzung des Flughafens Tempelhof auslobt.

Der Wettbewerb konzentriert sich auf den nördlichen Bereich des Areals, wo einmal das Columbiaquartier entstehen soll. Für das Columbiaquartier werden ressourceneffiziente, ökologische Konzepte und das Angebot von innovativen Wohnformen erwartet. Die Entwürfe sollen so gestaltet werden, dass die stadtklimatische Ausgleichsfunktion des Tempelhofer Feldes nicht beeinträchtigt wird. In der ersten Wettbewerbsstufe, die Ende des Jahres abgeschlossen sein wird, steht neben den genannten Anforderungen als städtebauliche Aufgabe an die Planer die Vernetzung des Columbiaquartiers mit den nördlich angrenzenden Stadtquartieren und Landschaftsräumen, insbesondere dem Bergmannkiez, dem Südstern und der Hasenheide im Vordergrund. In der zweiten Stufe werden dann detaillierter ausgearbeitete Konzepte für das Columbiaquartier erwartet, die im Sinne einer prozessualen Stadtentwicklung auch in der Lage sein sollen, flexibel auf möglicherweise veränderte Zukunftsbedingungen reagieren zu können.

Ab Montag, dem 29. September, stehen die Unterlagen des städtebaulich-landschaftsplanerischen Wettbewerbs Columbiaquartier im Internet zur Verfügung. Architekten, Stadtplaner und Landschaftsarchitekten aus aller Welt können dann die Arbeit aufnehmen.

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