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Presse und Aktuelles

Untersuchung der Wärmebelastung Berlins durch Klimawandel


25.04.08, Pressemitteilung
Pressemitteilung des Deutschen Wetterdienstes und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin

Kooperation Senatsverwaltung Berlin mit Deutschem Wetterdienst

Der Hitzesommer 2003 war mit mehreren Tausend Toten eine der größten Umweltkatastrophen in Deutschland. Auch die Berliner Bevölkerung hatte unter der außergewöhnlichen Wärmebelastung zu leiden. Alle Szenarien der Klimaforscher gehen davon aus, dass extreme Hitzeperioden mit großer Wärmebelastung für die Menschen künftig öfter auftreten und die Zahl der Hitzetage vor allem in Städten zunehmen wird.

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in Berlin und der Deutsche Wetterdienst (DWD) haben deshalb Mitte April 2008 beschlossen, gemeinsam den bestehenden Umweltatlas von Berlin zu aktualisieren und die künftige Klimaentwicklung einzuarbeiten.


Ziel der Kooperation
Ziel dieser stadtklimatologischen Kooperation ist, die räumliche Struktur und die Häufigkeiten künftiger Wärmebelastungen im Stadtgebiet von Berlin zu bestimmen und für alle Bürger nachvollziehbar zu beschreiben. Die Stadtplaner sind mit diesen Daten dann in der Lage, zum Beispiel durch städtebauliche Vorgaben frühzeitig und angemessen gefährliche Wärmebelastungen zu verringern.

Städte sind Wärmeinseln mit höheren Temperaturen als Umland
Seit mehr als 100 Jahren ist bekannt, dass Städte durch ihre Baustrukturen und die weitgehende Bodenversiegelung höhere Lufttemperaturen aufweisen als das Umland. Dieser sogenannte Wärmeinseleffekt ist laut DWD einer der deutlichsten durch den Menschen verursachten Einflüsse auf das lokale Klima. Die Baukörper verringern die Windgeschwindigkeit in der Stadt und behindern oft den Austausch der verunreinigten Stadtluft mit geringer belasteter Luft aus der Umgebung. Hinzu kommt bei windschwachen Schönwetterlagen, dass die – im Vergleich zum Umland - geringere Vegetation in Form von Grüngürteln, Gärten und Parkanlagen nur in bestimmten Stadtgebieten für Abkühlung durch Verdunstung sorgt. Dadurch können andauernde Hitzeperioden gerade in Städten zu einer hohen und für die Gesundheit gefährlichen Wärmebelastung führen.

DWD simuliert künftigen Klimawandel in Berlin
Wie sich das Klima im Stadtgebiet von Berlin verändern wird, hängt wesentlich ab von der Siedlungsdichte, der Flächennutzung und der Gestalt der umgebenden Landschaft. Die Klimatologen des DWD stellen diese kleinräumigen, von lokalen Gegebenheiten geprägten Auswirkungen des Klimawandels mit Hilfe eigener Modelle dar.

Der DWD setzt das Klima-Michel-Modell (KMM) ein, um die räumlich unterschiedlichen Auswirkungen von Flächennutzungen und Flächennutzungsänderungen auf das thermische Milieu flächendeckend zu bestimmen. Mit diesem Instrument kann auch die zukünftig zunehmende thermische Belastung in ganz Berlin kleinräumig kartiert werden. Die Wärmebelastung des Menschen wird im Klima-Michel-Modell durch die sogenannte gefühlte Temperatur beschrieben, die nicht nur die Lufttemperatur, sondern auch die physiologisch wichtigen Parameter Luftfeuchtigkeit, Sonnen- und Wärmestrahlung sowie den Wind berücksichtigt. Sowohl bei der Berechnung der konkreten Auswirkungen der zukünftigen Wärmebelastung in Berlin als auch bei der Entwicklung von Anpassungsmaßnahmen stützt sich der DWD auf die Ergebnisse der vier wichtigsten für Deutschland verfügbaren regionalen Klimamodelle.


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