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Archäologische Spurenlese in Berlin-Buch: Germanischer Kalkbrennofen ausgegraben


20.07.05, Pressemitteilung
Seit Anfang Mai setzt ein kleines Team vom Landesdenkmalamt Berlin die im letzten Jahr begonnene archäologische Untersuchung auf einem Acker in Berlin-Buch fort. Dort soll in naher Zukunft ein Wohngebiet entstehen. Doch zuvor suchen die Archäologen nach historischen Siedlungsspuren.

Hier gab es eine frühgermanische Siedlung in der Zeit um ca. 500 v. Chr. und eine spätgermanische Siedlung, die etwa ins Jahr 200 n. Chr. zu datieren ist. Die Funde und Befunde (Häuser, Gruben, Feuerstellen, technische Anlagen u. a.) liegen unter dem Mutterboden in 40 bis– 60 cm Tiefe. Nach dem maschinellen Abtragen des Mutterbodens und der manuellen Anfertigung einer geputzten Fläche werden die Funde und Befunde vermessen, zeichnerisch und fotografisch dokumentiert und geborgen.

Die größte Überraschung war jetzt der Fund eines sehr gut erhaltener Kalkbrennofen und eine dazu gehörende Vorratsgrube mit zerschlagenen Kalksteinen. Die Germanen verwendeten Kalk nicht nur zum Tünchen der Hauswände, sondern auch als Zuschlagstoff bei der Eisenerzeugung. Erfreut waren die Archäologen weiterhin über die Freilegung zweier Hausgrundrisse, einer mit Brettern ausgekleideten Grube, zweier tiefgehender, mit zerglühten Steinen verfüllter Gruben, mehrerer Abfallgruben und Freiluftherde. "„Kompliziert ist es, die vielen Befunde und Funde den zwei ca. 700 Jahre auseinander liegenden germanischen Dörfern zuzuordnen. Dies wird zum Teil erst möglich sein, wenn die Funde - in der Regel Keramik - im Denkmalamt gewaschen und typologisiert sind",“ erläutert Bodendenkmalpfleger Michael Hofmann die Arbeit der Archäologen. "„Wir wissen jetzt wieder etwas mehr über die früh- und spätgermanischen Siedler in Buch, wie sie wohnten und wie sie arbeiteten.“"

Zum Abschluss der diesjährigen Grabung wurden ca. 20% der auf ca. 10-15.000 Quadratmeter geschätzten frühgermanischen Siedlung ausgegraben.

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