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Feierliche Übergabe des Erinnerungsortes "Mauerkreuze"


17.06.03, Pressemitteilung
Im Anschluss an die Feierstunde des Deutschen Bundestages zum 50. Jahrestag des 17. Juni 1953 wird heute um 13.30 Uhr im Beisein des Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse, des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit, des Senators für Stadtentwicklung und weiteren Persönlichkeiten aus Politik und Kultur der Erinnerungsort „Mauerkreuze“ im Bereich des Ebertplatzes im Bezirk Mitte feierlich übergeben.

Im Rahmen eines 1997 durchgeführten Internationalen Landschaftsplanerischen Wettbewerbs wurde diese von den Berliner Landschaftsarchitekten Cornelia Müller und Jan Wehberg entwickelte Gestaltung für den Ebertplatz ausgewählt. Ihr Entwurf thematisiert den Verlauf der Mauer im bewussten Unterschied zur allgemeinen Markierung des Mauerverlaufes im öffentlichen Raum in der Form von großformatigen Betonplatten. Material und Aufteilung der Platten im Verhältnis zum umgebenden neuen Natursteinmaterial nehmen Bezug auf das "Original". Hier, hinter dem Ostportal des Reichstaggebäudes, dem heutigen Sitz des Deutschen Bundestages, verliefen die ab dem 13. August 1961 allmählich ausgebauten Grenzanlagen der DDR. Das westseitige Ufer der Spree gehörte zu West-Berlin, die Wasserfläche war bereits Ost-Berliner Gebiet. An der Stelle, an der die vordere Grenzmauer auf das Flussufer traf, richtete der private Berliner Bürger-Verein 1971 zum 10. Jahrestag des Mauerbaus den Gedenkort „Weiße Kreuze“ ein, den er über die Jahre pflegte und unterhielt. Die Mauerkreuze wurden von ihrem ursprünglichen Standort nord-östlich des Reichstages an der ehemaligen Mauer wegen des Baus des Erschließungstunnels des Deutschen Bundestages und des Ebertplatzes in den Tiergarten an die Ebertstraße Ecke Scheidemannstraße verlegt. Der neu gestaltete Ebertplatz ließ eine Rückverlegung an genau den alten Standort nicht zu. In enger Zusammenarbeit mit dem Berliner Bürger-Verein sowie den Senatsverwaltungen und der Bundestagsverwaltung wurde ein angemessener, neuer Ort gesucht. Wichtig war der Bezug zu dem Ort, an dem die Menschen gestorben sind. Da die meisten Menschen in der Spree umgekommen sind, war der räumliche Bezug zum Wasser wichtig. Damit ist ein Ort gefunden, der nahe an dem ursprünglichen Standort der Kreuze liegt und eine würdige Umgebung für die Kreuze bietet mit einem kleinen Vorplatz und ein wenig abgeschirmt vom Betrieb auf dem Ebertplatz und der Paul-Löbe-Allee durch die zur Spree führende Treppe. Daten zu den Opfern, an die die Kreuze erinnern: Die Mauerkreuze erinnern an alle, die nach der Abriegelung der Grenze beim Versuch aus der DDR nach West-Berlin zu fliehen, ums Leben kamen. Günter Litfin war der erste Flüchtende, der nach dem 13. August 1961 an der Berliner Grenze von Grenzpolizisten der DDR erschossen wurde. Chris Gueffroy war der Letzte der 152 Toten an der Berliner Mauer von 1961 bis 1989. Er wurde 9 Monate vor Öffnung der Grenze bei seinem Fluchtversuch getötet. Erinnert ist an diesem Gedenkort:
  • zur Platzseite der Treppenanlage des Ebertplatzes an: Günter Litfin  24.08.1961   Tiergarten Humboldthafen Ingo Krüger   10.12.1961   Tiergarten Spree in Höhe Marschallbrücke Hans Räwel   01.01.1963   Kreuzberg Spree unweit Oberbaumbrücke Klaus Schröter   04.11.1963   Tiergarten Spree zw. Kronprinzenbrücke und Marschallbrücke Heinz Sokolowski   25.11.1965   Tiergarten Berlin-Mitte Clara Zetkin-Straße Marinetta Jirkowski   22.11.1980 die „unbekannten“ Opfern an der Mauer
  • zur Wasserseite der Spree an: Udo Düllick  05.10.1961  Kreuzberg Spree in Höhe Gröbenufer Werner Probst  14.10.1961   Kreuzberg Spree in Höhe Schillingbrücke Philipp Held  11.04.1962   Kreuzberg Spree in Berlin-Osthafen Axel Hannemann  05.06.1962  Tiergarten Spree in Höhe Reichstagufer Lutz Habeland  27.05.1962   Tiergarten Alexanderufer Wolf-Olaf Muszinski   März 1963   Kreuzberg Spree in Höhe Cuvrystraße 51 Chris Gueffroy   05.02.1989


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