Über uns  







Initiative Verhalten im Brandfall
Verhalten im Brandfall

 

Presse und Aktuelles

Restaurierung des Bronzestandbildes Friedrich II. wurde fachtechnisch einwandfrei ausgeführt


14.06.01, Pressemitteilung
Entgegen den jüngsten Presseveröffentlichungen über Restaurierungsmaßnahmen am Reiterstandbild Friedrich der Große Unter den Linden bestätigt das Landesdenkmalamt die fachtechnisch einwandfreie Ausführung der Restaurierungsarbeiten am Bronzestandbild Friedrich II.

Die Auftragsvergabe für die Restaurierung des bronzenen Reiterstandbildes erfolgte in Form eines überregionalen Bieterwettbewerbs nach Anfragen bei fünf Restaurierungsbetrieben. Die Vergabe war u. a. an die Bedingungen geknüpft, dass die Arbeiten ausschließlich in Berlin durchzuführen und die Qualifikation der Mitarbeiter gegenüber dem Landesdenkmalamt nachzuweisen waren. Das Landesdenkmalamt hat auf dieser Grundlage in seiner denkmalfachlichen Stellungnahme an den Auftraggeber, das Bezirksamt Mitte von Berlin, empfohlen, die Fa. Roß mit der Durchführung der Restaurierung zu beauftragen, da diese das günstigere Angebot abgegeben hatte und keine fachlichen Bedenken dem entgegen standen. Die Auftragsvergabe erfolgte anschließend durch das Bezirksamt Mitte von Berlin. An der Prüfung der Angebote und der Entscheidung zur Auftragsvergabe waren auch die mitfinanzierende Senatsverwaltung für Stadtentwicklung sowie die Deutsche Stiftung Denkmalschutz beteiligt, die das Vorhaben mit einer Zuwendung von 1 Mio DM gefördert hat. Die Fa. Betina Roß GmbH ist im nord- und ostdeutschen Raum durch vergleichbare Projekte der Metallrestaurierung, insbesondere der Bronzerestaurierung, bekannt. Da sie innerhalb Berlins noch nicht durch Vorhaben dieser Größenordnung hervorgetreten war, wurde das Denkmalschutzamt Hamburg um eine konservatorische Stellungnahme gebeten. Diese bestätigte aufgrund der dort vorliegenden, mehr als zehnjährigen Erfahrungen die grundsätzliche Eignung der Betina Roß GmbH für die Restaurierung des Bronzestandbildes Friedrich II. in fachlicher und logistischer Hinsicht für die Untersuchungs-, Restaurierungs- und Dokumentationsverfahren. Die vorgenannte Einschätzung wurde durch die Arbeit am Standbild Friedrich II. Unter den Linden bestätigt. Die Restaurierung wurde nicht nur durch das Landesdenkmalamt Berlin überwacht, sondern auch durch eine wissenschaftliche Kommission unter Beteiligung des Rathgen-Forschungslabors der Stiftung Preußischer Kulturbesitz sowie der finanzierenden und fördernden Institutionen begleitet. Das Ergebnis der Restaurierung entspricht dem heutigen Stand der Technik und den hohen Ansprüchen, die angesichts der Bedeutung des Standbildes als Werk des Bildhauers Christian Daniel Rauch an die Restaurierung zu stellen waren. Die fachtechnisch einwandfreie Ausführung der Bronzerestaurierung wurde in einer eigens eingeholten Expertise durch den Leiter des Rathgen-Forschungslabors der Stiftung Preußischer Kulturbesitz ausdrücklich bestätigt. Der ausführenden Firma ist für die umsichtige und termingerechte Organisation und für die fachtechnisch einwandfreie Ausführung der Bronzerestaurierung uneingeschränkt Anerkennung zu zollen. Die sog. Löcher im Standbild stammen von früheren Montageschrauben, die nicht mehr benötigt werden, aber nicht geschlossen wurden. Sie dienen - in Abstimmung mit der o.g. Restaurierungskommission - zwecks besserer Belüftung des Inneren und der dort erhalten gebliebenen, unterstützenden historischen Eisenkonstruktion als Eintrittsöff-nung für eine wünschenswerte Luftzirkulation. Ein direkter Wassereintrag ist ausge-schlossen. Das Standbild wurde fachgerecht zu über 98% mit dem Skalpell, an wenigen Stellen mit Ultraschallmeißel freigelegt. Es wurden dabei keinerlei Bearbeitungsspuren aus der Entstehungszeit entfernt. Spuren früherer Restaurierungen wurden ebenfalls nicht entfernt, soweit sie die dauerhafte Erhaltung des Bronzedenkmals nicht gefährden. Die Konservierung erfolgte fachgerecht ausschließlich mit Mikrokristallinwachs. Erkennbare Differenzen zwischen den einzelnen Teilen des Standbildes resultieren aus der unsachgemäßen Behandlung in der Zeit des Abbaus 1950, der Lagerung in Potsdam und des Wiederaufbaus 1981. Sie sind in Teilbereichen korrigiert worden. Eine Rückformung wurde aus konservatorischen Gründen für solche Partien unterlassen, bei denen Restaurierungsfolgeschäden nicht mit Sicherheit auszuschließen waren. Sockel, steinernes Postament, Gusseisengitter und Kandelaber sowie das Schmuckpflaster waren nicht Bestandteil des Metallrestaurierungsauftrages an die Fa. Roß. Sie wurden nach Abbau und Aufnahme der Restaurierungsarbeiten am Bronzestandbild gesondert vom Landesdenkmalamt geplant, ausgeschrieben und vergeben. Der innere, von außen nicht sichtbare Mauerwerkssockel, der als Tragkonstruktion das Bronzedenkmal trägt, wurde von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung geplant und ausgeschrieben. Da dieses frisch aufgemauerte Mauerwerk noch nicht restlos ausgetrocknet ist, tritt zur Zeit durch die Fugen des Natursteins noch weiß gefärbtes Schwitzwasser aus, das jedoch keine bleibenden negativen Auswirkungen auf den Naturstein hat und nach dem endgültigen Austrocknungsprozess aufhört. Die zuständige Verwaltung wird eine laufende Wartung und Entfernung der auftretenden Schlieren veranlassen. Die naturbedingte Bildung von Kondenswasser (bei kälterer Außenluft Niederschlagsbildung an den Innenwänden) wird seit der Restaurierung durch eine innere Belüftung erheblich gemindert. Die neue Gründung enthält auf dem Gründungssockel eine Entwässerung. Zusätzlich wurde eine Lüftungsanlage eingebaut, die Außenluft über eine Öffnung in der Plinthe ansaugt; diese durchströmt den Hohlraum des bronzenen Denkmalsockels und wird über eine Schachtöffnung im Schmuckmosaik auf Promenadenhöhe wieder ausgeblasen. Die Lüftungsanlage läuft zeitweise. Sie wird über ein Zeitprogramm und entsprechend der gemessenen Luftfeuchtigkeit im Innern gesteuert.


Pressearchiv



Pressestelle

Presse­sprecherin
Katrin Dietl
Tel.: 030 90139-4040
Fax: 030 90139-4041
E-Mail: pressestelle@
sensw.berlin.de




Pressearchiv

Pressemitteilungen, die vor dem 08.12.2016 veröffentlicht wurden, liegen im Verant­wortungs­bereich der ehemaligen Senats­verwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt bzw. ihrer Vorgängerbehörden.



Kontakt